Traumberuf Erzieherin?!

Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren neuen Format, welches tatsächlich schon viel zu lange in Planung war unter: „Traumberuf …?!“ werden euch Artikel erwarten, die bestimmte Berufe einmal unter die Lupe nehmen und vielleicht werden hier auch Fragen gestellt, die euch beschäftigen.

 

Welche Voraussetzungen benötigt man für den Beruf Erzieherin? Welcher Abschluss, welche praktischen Erfahrungen braucht man?

Es gibt mittlerweile viele Wege Erzieher zu werden. Die gängigste Variante ist wahrscheinlich nach dem 10.-Klasse-Abschluss den Sozialassistenten zu machen und dann hat man die Zugangsvoraussetzungen, um dann die Ausbildung zum Erzieher anzuschließen.

Man kann aber, wenn man sein Abitur hat, zum Beispiel auch ein FSJ machen und dann direkt in die Erzieherausbildung einsteigen. Dann ist man nach drei Jahren fertig.

Oder es gibt auch wirklich viele Quereinsteiger, die aus einem ganz anderen Beruf dann diese Ausbildung wählen.

Man braucht eine abgeschlossene Berufsausbildung und muss 600 Stunden in diesem Bereich gearbeitet haben um grundsätzlich Erzieher werden zu können.

 

Sollte man ihrer Meinung nach bestimmten Kriterien erfüllen, wenn man anstrebt Erzieher zu werden?

Also früher musste man sogar einen Aufnahmetest machen. Das war ein Stimmtest und ein Sprachtest und die Musikalität wurde überprüft oder auch inwieweit man einen Text verfassen kann.

Die Zugangsvoraussetzungen sind in den letzten Jahren stark zurück gegangen, da dieser Beruf sehr gefragt ist und man viele Menschen braucht, die in diesem Bereich arbeiten. Trotzdem ist es ein Beruf, wo man gut mit Kindern umgehen muss aber auch mit Erwachsenen, weil man ein Stück weit auch die Eltern betreut. Auch Kreativität ist eine wichtige Eigenschaft, die man mitbringen sollte.

Ich persönlich finde, dass die Menschen auch etwas die Musik lieben sollten. Etwas Musikalität gehört einfach mit dazu, denn ist nun mal Bildung in jede Richtung. Dazu zählen für mich eben die kreativen Bereiche dazu, auch wenn ich es ebenfalls wichtig finde, dass zum Beispiel auch der sportliche Part ausreichend abgedeckt ist.

 

Was zeichnet den Beruf aus? Welche Besonderheiten gibt es und was macht ihn vielleicht gerade für junge Leute attraktiv?

Es ist ein sehr vielfältiger Beruf.

Es ist ein Beruf, wo man ganz viele Möglichkeiten hat sich weiter zu entwickeln und auch ganz viele Facetten an den Dingen, die einen interessieren, ausleben kann. Gerade weil es, wie gesagt, Bildung in diesem Bereich besonders wichtig ist. Der Schwerpunkt liegt auf Elementarbildung und gerade diese geht wirklich in alle Richtungen.

 Je nach dem wo man dabei seinen Schwerpunkt hat, kann man sich in dem Beruf dann zum Beispiel für eine Musik-KITA, Sport-KITA entscheiden, an Weiterbildungen im sprachlichen Bereich teilnehmen oder sogar an einer Sprach-KITA arbeiten. Auch Waldkindergärten beschäftigen sich zum Beispiel nochmal mit einem ganz spezifischen Bereich. Es gibt also eigentlich kein Interessengebiet, dass nicht abgedeckt wird.

Es ist ein Beruf, in dem man sich ausleben kann und auch immer wieder neu erfinden. Ich kenne eigentlich sonst keinen Beruf, der so vielseitig ist und wo man sich auch in so viele Richtungen bewegen kann, sowie sich immer wieder umorientieren.

 

Dann ist die Vielfältigkeit für sie der Aspekt, der diesen Beruf aus der Masse heraushebt?

Natürlich hebt diese Vielseitigkeit und diese vielen Möglichkeiten, aber auch der Aspekt, dass man das lebenslange Lernen, was gerade heute besonders wichtig ist, von Grund aus praktiziert, denn anders geht es nicht. Genau da kann man in dem Bereich machen.

 

Sie haben ja gerade die Formulierung genutzt, dass es heute besonders wichtig ist. Würden Sie sagen, dass das Berufsfeld eine Zukunft hat?

In den letzten Jahren ist zumindest die Betreuung im Elementarbereich immer weiter ausgebaut worden. Wie ich vorhin schon sagte, es wird immer mehr Personal gebraucht. Es werden vor allem immer mehr gut ausgebildete Kräfte gebraucht, da man in den letzten Jahren festgestellt hat, dass das was ein Lehrer tut und zumindest auch das was ein guter Erzieher tut gar nicht soweit voneinander entfernt ist. Deswegen braucht es gut ausgebildete Menschen.

Und natürlich ist es zukunftsträchtig. Um Gleichberechtigung in der Gesellschaft zu leben, brauchen Frauen Zugang in den Beruf und um das zu ermöglichen bedarf es Kindergärten und gute Krippen.  Diese braucht es einfach um das gut gestalten zu können, dass beide Partner, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, arbeiten gehen können. Der Bereich wird also immer wichtiger.

Inwiefern sind moderne Medien ein Teil des Berufes, wie soziale Medien, Websites, etc.?

Das wird immer wichtiger. Also es findet immer mehr auch Kommunikation über moderne Medien statt, die Vereine präsentieren sich online, die Recherche nach dem Kindergartenplatz oder nach dem Krippenplatz geschieht auch immer stärker online.

Es gibt auch schon Konzepte, dass man statt der klassischen Portfolios, die man im Aktenordner führt, dies komplett ins Internet übernommen hat. Die Entwicklung geht immer stärker in diese Richtung.

Auch in den Kindergartenbereichen, um die Kinder schon an die Technik heranzuführen, ist es natürlich Voraussetzung, dass die Erzieher selber damit umgehen können, in der Lage sind das Tablet zu bedienen, die Daten hochzuladen und Internetrecherchen zu machen.

Würden Sie den Job weiterempfehlen?

Das ist eine wirklich schwierige Frage, die ganz viel damit zu tun hat, wie die Bedingungen sind, unter denen man gerade arbeitet.

Hier in Sachsen-Anhalt ist der Betreuungsschlüssel einer der schlechtesten bundesweit. Man hat keine Vor- und Nachbereitungszeit. Die Krippengruppen sind zum Beispiel zum Teil unglaublich groß, wie wenn man dann eine Gruppe hat mit 24 Ein- und Zweijährigen. Dann ist es natürlich schwer die eigenen Ansprüche und auch den Anspruch der Elementarbildung gerecht zu werden.

Es gibt dann auch Tage, wo zumindest ich mit dem Gefühl nach Hause gehe, dass man die Kinder eher verwahrt hat, als wirklich einen tollen Tag mit ihnen verbracht.

Man sollte wissen, wenn man sich für diesen Beruf entscheidet, dass er ganz viele tolle Seiten hat, aber dass das Kämpfen darum, dass der Beruf anerkannt wird und dass die Bedingungen stimmen und dass die finanziellen Ausstattungen für die Einrichtung da sind und dass dies wertgeschätzt wird, dass dies, glaube ich, noch ein längerer Weg ist.

Ganz viele hören nach einigen Jahren auf. Es gibt viele, die diese Ausbildung machen, mit viel Begeisterung anfangen und dann von der Realität wirklich erschlagen werden, da der Anspruch, der auch immer formuliert wird, und das was in der Praxis möglich ist so weit auseinanderklaffen.

Doch ich denke immer noch, dafür lohnt es sich zu kämpfen. Das sollte für jeden gelten, der sich mit Freude für diesen Beruf entscheidet, dass er genau dafür kämpfen sollte, für die Kinder.

 

Gerade dieses Kämpfen ist bestimmt nicht leicht. Kommen Sie in ihrem Beruf auch mal zur Ruhe, gerade im Privatleben? Oder schafft man es nicht den Kopf immer wieder frei zu bekommen?

Das lernt man mit der Zeit. Das ist eine Entwicklung zu einem stärker professionellen Umgang. Man muss einfach lernen gut auf sich aufzupassen und dazu gehört es, dass man sein Privatleben ein Stück weit schützt und sich auch die Möglichkeit schafft, seinen eigenen Akku wieder aufzuladen.

In meiner Ausbildung hatte ich eine tolle Ethiklehrerin, die hat gesagt: „Verantwortung ist immer erstmal Verantwortung für sich selbst“ und dass man Verantwortung nicht übernehmen und somit auch nicht in dem Bereich arbeiten kann, wenn man nicht gut um sich selbst sorgt.

Doch das gehört zu den Dingen, die man lernen muss.

 

Nun eine ganz andere Frage: Kommen sie in ihrem Beruf viel umher oder arbeiten sie immer von der selben Stelle aus?

Also ich arbeite natürlich jeweils in dem Kindergarten und in der Gruppe, wo ich gerade bin.

Es ist also eher ein Beruf, wo man erst einmal an diesem Platz arbeitet und sich auch damit abfinden muss, dass man so im ganz Kleinen wirkt. Also man muss nicht! Man kann auch Fachberaterin werden, dann betreut man andere Kitas und ist viel unterwegs, oder man qualifiziert sich weiter und bietet dann Ausbildungen in den Bereichen an, in denen man besonders gut ist. Dann bin ich weniger gebunden. Auch dies ist einer der Aspekte, der die Vielfalt des Berufs ausmacht. Es ist immer das, was ich daraus mache-

Daraus machen… Haben sie aus dem ganzen „Schulkram“, den Sie gelernt haben, etwas machen können, wie den mathematischen Formeln?

Das hängt natürlich ganz davon ab in welchem Bereich ich tätig bin. Als KITA-Leiterin bräuchte ich zum Beispiel das mathematische Wissen, denn dies wäre dann eher ein wirtschaftlicher Bereich.

Aber auch ansonsten denke ich, dass diese ganzen Fächer, die man kennen lernt durchaus ihren Nutzen haben. Wir machen mit unseren Kindern auch Experimente. Von Jugend forscht gibt es auch eine Variante für Kinder, das Haus der kleinen Forscher und um da mitzumachen muss man einmal selbst über das Wissen verfügen.

Mal abgesehen davon schulen die ganzen Dinge, die man lernt und kennen lernt, auch das Denken. Ich persönlich sehe gerade in dem Aspekt, dem Lernen sich selbst zu reflektieren, einen der wichtigsten Punkte im zwischenmenschlichen Umgang.

Es geht nicht um die einzelnen Fächer, es geht um die Art Dinge wahrzunehmen, Probleme lösen zu können und das eigene Wissen zu erweitern, zu analysieren und Dinge zu durchdenken.

 

Damit sind wir fast fertig. Zum Schluss noch meine Lieblingsaufgabe. Beschreiben sie ihren Beruf in einem Wort.

 

 

Vielfältig.

 

Gut, damit habe ich dann tatsächlich auch gerechnet. Vielen Dank und eventuell gibt es ja noch ein paar Fragen an Sie.

 

Das ist euer Startschuss: Was habt ihr für Fragen, welche Berufe wollte ihr kennenlernen, etc.

Für das erste Interview musste meine Familie herhalten, vielen Dank an Frauke Tanneberger an der Stelle, um die Fragen einmal auszuprobieren, ab dem nächsten Mal dürft ihr mitentscheiden.

Bis dann.

 

 

 

Magdalena Tanneberger (Jahrgang 12)

 

 

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