Bist du glücklich?

Foto: privat

Bist du wirklich gerade hier? Oder denkst du schon an das nächste, was du heute noch machen musst- an die Hausaufgaben-die nächsten Ferien? Lebst du gerade diesen Moment oder wartest du unterbewusst darauf, dass er vorbei ist?

Im Kindergarten freuten wir uns auf die Grundschule. Dann waren wir in der ersten Klasse und das war schon ganz okay, aber „wenn wir erst mal zweite Klasse sind, ist es bestimmt noch viel besser.“

Zweite Klasse, dritte Klasse, vierte Klasse.

Bald dürfen wir auf‘s Gymnasium!“ Wir konnten es kaum erwarten.  Und dann? War wirklich alles besser? Waren wir zufrieden? Fünfte Klasse war schon nicht schlecht, aber „wenn wir erstmal Sechste sind, das wird noch viel besser.“ Waren wir dann sechste Klasse, freuten wir uns auf die Siebte.

Achte Klasse, neunte Klasse, zehnte Klasse

Was ist jetzt unsere Motivation? „Endlich die Schule schaffen!“  Abitur.

Wenn wir das erstmal geschafft haben, fängt unser Leben wirklich an. Dann sind wir frei und können machen, was wir wollen. Dann studieren wir. „Wenn ich nur diese Vorlesung geschafft habe, wenn ich diese Prüfung geschafft habe, wenn ich nur mein Examen geschafft habe. Dann ist es vorbei! Dann fängt mein echtes Leben an!“

Dann arbeiten wir. Was wird dann unsere Motivation sein? Der Feierabend, das Wochenende, Urlaub. Die Rente? Das war’s dann? Das soll unser Leben sein?

Was suchen wir wirklich im Leben? Ist der Sinn unseres Lebens, immer das Nächste zu erreichen? Bist du glücklich wenn du erfolgreich bist? Dann machst du weiter. Das nächste Ziel, die nächste Stufe zum glücklich sein.

Diese selbst-erschaffenen Stufen motivieren dich, weiter zu machen, aber sie machen dich nicht glücklich. Wir sind nie zufrieden mit dem, was wir haben. Unser Leben sollte nicht nur aus Hinarbeiten zum Nächsten bestehen. Denn irgendwann würde da nichts mehr sein, auf das man hinarbeiten will, außer dem Tod. Nein, es geht darum unser Leben zu genießen, und zwar jeden einzelnen Moment, jeden Moment zu nutzen für das, was uns glücklich macht.

Als ich zum Austausch in Frankreich war, hatten wir oft sehr lange Unterricht: Montag. 16-18 Uhr. 110 Minuten. Physik. Der Lehrer redet und redet. Ich dachte nur an das Ende der Stunde. Aber die Stunde ging noch 65 Minuten.Und dann ist mir etwas aufgegangen: Du bist in Frankreich! Das war schon immer dein Traum. Du sitzt hier mit Franzosen und Französinnen, die du deine Freunde nennen kannst. Da vorne steht ein netter Lehrer und du verstehst, was er erklärt, obwohl es auf Französisch ist.  Du hast so ein verdammtes Glück, genieße es doch einfach! Denk nicht nur an das Nächste. Du musst so oder so hier sitzen, warum machst du nicht einfach das Beste draus?

In einem Video, was mich sehr inspiriert hat, wurde folgende passende Metapher gefunden: Beim Musik hören geht es nicht darum,  dass man ein Lied geschafft hat und das nächste hören kann. Nein, es geht darum, das Lied zu  genießen. Unser Leben besteht aus vielen Songs. Anstatt uns immer nur auf den nächsten Song  zu freuen, sollten wir zu jedem einzelnen tanzen und singen, bis der Nächste von alleine startet.

Denn wir haben nur ein Leben. Machen wir das beste Leben, das wir je erlebt haben daraus. Lasst uns die Generation „glücklich“ sein.

Tanzen wir, singen wir!

Dieser Artikel entstand aus einer Rede, die ich in der 10. Klasse geschrieben habe.

Carla Moritz

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