Buchempfehlung: „Trisolaris”-Trilogie

Der Kontakt mit außerirdischen Spezies und eventuelle zukünftige wissenschaftliche und technische Entwicklungen spielen vor allem in zahlreichen Science-Fiction Werken eine große Rolle. So sind sie auch in der „Trisolaris”-Trilogie des chinesischen Autors Liu Cixin zentrale Themen.
Diese Romane finden ihren Ursprung in SciFi-Zeitschriften, wo ab 2006 episodenhaft Ausschnitte veröffentlicht wurden, welche die Grundlage für den ersten Teil der Trilogie Die drei Sonnen in der englischen Ausgabe „The Three Body Problem“ bildeten. Dieses Buch handelt vor allem von der Entdeckung einer außerirdischen Zivilisation, sowie von der Kontaktaufnahme mit dieser. In der Fortsetzung „Der Dunkle Wald“ wird der Umgang der Menschheit mit dieser Entdeckung, vor allem in der nahen Zukunft, dargestellt, während im dritten und letzten Buch der Reihe, „Jenseits der Zeit“, zahlreiche fiktive Ereignisse in extrem großen Zeitabständen stattfinden.
Dabei ist das Szenario einer intelligenten außerirdischen Zivilisation in relativer Nähe zur Erde zwar gewagt, die Konsequenzen dieser Ausgangslage werden jedoch sehr überzeugend und realistisch beschrieben. Hierbei werden verschiedene Aspekte der Situation, wie beispielsweise politische, ökonomische und soziale Zusammenhänge, beachtet und logisch dargestellt. Vor allem die Beurteilung von Handlungen und Technik in verschiedenen Zeitaltern ist interessant. Der Umgang mit Erfindungen wie dem Kälteschlaf oder Fusionsreaktoren, welche schon heute als Prototypen existieren, ist äußerst spannend und regt zum Nachdenken über die Entwicklung der Technik in der realen Welt an. Ebenso wecken die Bücher Interesse an der aktuellen physikalischen Forschung, wodurch zahlreiche Leser vermutlich zum ersten Mal von Problemen wie dem Dreikörperproblem oder dem Fermi-Paradoxon erfahren. Hinzu kommt die originelle Theorie des Autors, dass das Universum ein metaphorischer „dunkler Wald” sei, in welchem aufgrund der durch die hohen Entfernungen resultierenden schwierigen
Informationsübertragung bei Entdeckung einer außerirdischen Spezies ein Angriff auf diese die einzige Möglichkeit zum Überleben der eigenen Spezies sei. Außerdem ist die, in der Genrebezeichung angedeutete „Science“, also die Wissenschaft sowie die Technik, der ökonomischen Situation angepasst und der gesellschaftlichen Beurteilung ausgesetzt. Dies wirkt sich auch positiv auf die Handlung aus, da die politische und strategische Entwicklung logisch und nachvollziehbar dargelegt wird.
Die Handlung beschränkt sich vor allem auf wenige Figuren, wobei nur einige komplexer sind. Diese ermöglichen dem Leser persönliche Einblicke in das Szenario und die Handlung.
Die Bücher sind sehr umfangreich, wobei es als Alternative auch die ersten beiden Bücher als
Hörspiel und den dritten Teil der Reihe als Hörbuch gibt. Des Weiteren sicherte sich Amazon im Jahr 2018 die Filmrechte für eine Milliarde US-Dollar, weshalb Hoffnung auf eine Verfilmung besteht.
Insgesamt ist also bei der Trilogie, meiner Meinung nach, die logische, realistische Verknüpfung der Handlung hervorzuheben, wobei die Buchreihe der „Science“ in Science-Fiction mehr als gerecht wird. Fans des Genres werden die Trilogie mit großer Wahrscheinlichkeit genießen, doch auch für Leser, welche sonst eher weniger mit SciFi-Romanen zu tun haben, sind die Bücher aufgrund der nachvollziehbaren Erklärungen der Entwicklungen durchaus empfehlenswert.

 

 

 

 

Bastian Mucha (Jahrgang 12)

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