Die Marke Ich- wie Instagram unser Leben beeinflusst

91% der Sechzehn- bis Vierundzwanzigjährigen nutzen heutzutage aktiv die sozialen Medien. Zudem erhöhte sich die Zahl der Erkrankungen an Depressionen oder Angststörungen in den letzten 25 Jahren um 70%. Eine britische Studie konnte zwischen diesen beiden Phänomenen einen deutlichen Zusammenhang ausmachen. Doch warum ist das so? 
Wir kennen doch alle solche Situationen- Wenn direkt nach dem Weckerklingeln der erste Griff zum Handy geht, um sich die neuesten Fotos auf Instagram anzuschauen. Wenn man, anstatt zu lernen, doch lieber feststellt, was man gerade alles verpassen könnte. Oder wenn man das leckere Restaurantessen lieber kalt werden lässt, nur damit man auch wirklich das perfekte, (und selbstverständlich weltverbessernde) Foto mit seinen Followern teilen kann. 
Instagram hat einen nicht mehr wegzudenkenden Einfluss auf unser Leben. Aber was genau sehen sich so Viele tagtäglich an und warum tun sie das eigentlich? 
Die dargestellten perfekten Körper von perfekten Menschen mit perfekten Leben dienen schon lange nicht mehr der bloßen Unterhaltung. Die permanente Inszenierung ist viel mehr eine Richtlinie geworden, eine Richtlinie für ein gutes und vollkommenes Leben. Eine Richtlinie, die uns zeigt, wie auch wir ganz einfach glücklich werden können- denn immerhin sind es unsere Vorbilder doch auch, oder? 
Dass dieses andauernd großartige Leben realitätsfern ist, scheint hierbei in den Hintergrund zu treten. Stattdessen wollen wir unsere Vorbilder sogar noch übertrumpfen und verlieren uns in einem Strudel aus Perfektionsgedanken. Diese ständigen Aufwärtsvergleiche lösen nämlich massive Minderwertigkeitsgefühle und die Angst, nicht gut genug zu sein, aus. Aber anstatt Abstand zu nehmen von dem schädlichen Einfluss, wollen wir nicht nur uns, nein sogar der ganzen Welt beweisen, dass wir ein mindestens genauso großartiges Leben haben. Man beginnt, genau wie seine Vorbilder, die schönen Momente des Lebens zu teilen. 
Durch folgende Likes und Kommentare wird unser Belohnungssystem im Gehirn aktiviert. Da das schöne Gefühl nur kurz anhält, beginnt man öfters Beiträge zu posten und kann nicht mehr damit aufhören. Man wird süchtig nach Anerkennung. 
Allerdings suggeriert diese Art von Anerkennung damit auch, dass wir als Person nur liebenswert sein können, wenn wir perfekt sind. Immer gut aussehen, immer gute Laune haben und niemals Probleme oder Angst. Für unsere Schwächen scheint kein Platz zu sein, obwohl sie eigentlich zu uns gehören. Folgen des Perfektionsdrucks können ein niedriges Selbstwertgefühl und daher auch psychische Probleme wie Essstörungen sein. Außerdem verschließen wir uns gegenüber Mitmenschen, unsere schlechten Seiten wollen wir uns nicht eingestehen und erst recht nicht anderen zeigen. Sie machen uns verletzlich. Wir beharren also weiterhin auf unserem selbst inszenierten Glück – eine bedenkenswerte Entwicklung. 
Denn schlussendlich ist unser Verhalten mit dem Bedürfnis, geliebt zu werden, zu erklären. Die vermeintliche „Liebe“ von Followern auf Instagram ist jedoch nur vorübergehend und vor allem nicht echt, sie gilt nur unserer geschönten Fassade. Das, was wir suchen, sind Menschen, die uns wahrlich lieben und unterstützen – uns, als gesamte Person, mit unseren Stärken und Schwächen. 
Also geh doch kurz in dich, bevor du das nächste Bild hochlädst und frag dich – „Ist es das, was ich wirklich will und brauche?“

 

Lara Baxmann (10 B)

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