Gedanken zu Weihnachten…

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt,
erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier
und wenn´s dann endlich Weihnacht ist
und friedlich man zusammen sitzt
bei Geigenklang und Kerzenschein
in seligem Beisammensein
dann liegt schon unterm Weihnachtsbaum
all das was man so dringend braucht:

Da sind…
Ein Flachbildfernseher, Reebok-schuh´,
Gucci-Gutschein und Bilou,
Designerschmuck mit Edelstein,
was braucht man mehr zum glücklich sein?
Außer vielleicht…

Das neue I-phone, Airpods-pro,
nur Neues macht uns heute froh.
Rolex, Prada, Calvin Klein,
Lacoste und Gucci, Wellington,
Vuiton, Banani, Sanderson,
das alles muss noch mit hinein
das brauchen wir zum glücklich sein.

Denn Weihnachten das heißt bei uns,
dass uns erfüllt wird jeder Wunsch,
ob Markenschuh, ob Edelstein,
wer hat, dem wird gegeben sein.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt,
erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
und wenn´s dann endlich Weihnacht ist,
dann gibt es eins, was man vergisst:

Wir sind in Deutschland, Industrienation,
hoch auf dem Privilegienthron,
da sitzen wir und steigen weiter
auf – auf der Privilegienleiter.

Wir häufen auf die neuen Sachen
auf das sie uns noch größer machen,
uns Glück und Wohlgefallen spenden,
nur um im Müll dann doch zu enden.
Vor nächstem Jahr wird Platz geschaffen,
für tolle neue Weihnachtssachen.

Und damit schließen sich die Kreise,

und geh´n doch immer, immer weiter,
bei Geigenklang und Kerzenschein,
braucht es Konsum zum glücklich sein (?)

 

Zugegeben: dieses – etwas holprige – Gedicht, es stellt die Dinge überspitzt dar. Sicherlich besteht für niemanden von uns Weihnachten nur aus neuen Schuhen, Markenklamotten und teurem Elektronikzubehör. Aber gleichzeitig muss man auch sagen: Weihnachten ist für die meisten von uns die Zeit der großen Geschenke, die Sachen, bei denen es auch mal ein bisschen teurer sein darf. An Weihnachten geht viel Geld über die Theke. Geld, von dem Geschenke wie die oben genannten gekauft werden. Unsere Eltern, Verwandten, Freunde kaufen sie für uns, um uns eine Freude zu machen. Das Gedicht soll eigentlich nur eine konkrete Frage aufwerfen: brauchen wir das alles wirklich? Geht es uns nicht so schon so viel besser als den meisten anderen Menschen?

Versteht mich nicht falsch: wir können nichts für den Wohlstand, in den viele von uns hineingeboren sind. Es ist nicht unsere Schuld, dass in dieser Gesellschaft Luxusprodukte zur Normalität geworden sind. Aber die Frage bleibt stehen: wie viel davon brauchen wir wirklich? Wieviel davon benutzen wir ein oder zwei Jahre später, wenn wieder Weihnachten ist, immer noch?

Das Gedicht soll als Anregung dienen, Weihnachten bewusster zu erleben. Sich vielleicht einmal öfter fragen: brauch ich das, was auf meinem Wunschzettel steht, wirklich? Bewusste Weihnachten heißt dabei nicht, dass man den Zettel zerknüllt und wegschmeißt. Das hier ist kein Aufruf, mit dem Schenken aufzuhören. Lasst es mich so erklären:

Die Menschen, die uns nahe stehen, sie beschenken uns, um uns eine Freude zu machen. Geschenke sind emotionale Win-Win-Situationen. Der*die Beschenkte freut sich und der*die Schenkende freut sich, dass erstere*r sich freut. Warum sollten wir mit so etwas aufhören? Bewusst Weihnachten zu feiern, kann aber trotzdem etwas anderes bedeuten, als nur, sich von den Verwandten eine Freude machen zu lassen. Wir als die Beschenkten haben die Möglichkeit, die Freude über ein Geschenk zu multiplizieren. Eine win-win-win-win-win-win …. – Situation sozusagen. Es steht in unserer Macht, an Weihnachten den weniger Beschenkten dieser Welt zu helfen. Du fragst dich wie? Eigentlich ganz einfach: Wie wäre es, wenn wir uns statt der neuen Gucci-Bauchtasche ein bisschen Geld wünschen. Geld, von dem wir nicht alles für uns behalten müssen. Geld, welches wir weiterschenken können. Es gibt eine Vielzahl unterstützenswerter Organisationen und Projekte, die in unserer Stadt, in ganz Deutschland oder auf der ganzen Welt Gutes tun können. Sie alle brauchen die Unterstützung derjeniger, die bereit sind, sie durch ihr “Geschenk” zu unterstützen. Wir durchbrechen die Kreise aus dem Gedicht, mit nur einem Wunsch.  Du kannst mit diesem Wunsch so viel gutes anstoßen. Vielleicht unterhaltet ihr euch dann zu Weihnachten über die Organisation, an welche das Geld gespendet wird, es entwickeln sich spannende Gespräche und ihr inspiriert damit den*die nächste*n Aktivist*in. Vielleicht ist die Idee ja etwas für dich 🙂

 

Fröhliche Festtage und einen ruhigen Start ins neue Jahr!

 

Anonym

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: