Gibt es künftig noch eine Rente für uns?

„Der jetzigen Rentnergeneration geht es so gut wie niemals zuvor! Die Gekniffenen sind die 25- bis 35 Jährigen, die Kinder in die Welt setzen wollen.“ dies sagte Peer Steinbrück (SPD), damals Finanzminister, am 12. Juli 2009.

Gibt es künftig noch eine Rente für uns?

Diese Frage stellen sich inzwischen 84 % der Deutschen zwischen 17 und 27 Jahren. Sie fühlen sich vom Staat alleingelassen.
Und wie seht ihr das? Erleben wir das Renteneintrittsalter erst mit 70 oder 75?
Findet ihr es in Ordnung, dass ständig neue Rentenzuschläge für die erfunden werden, die jetzt in Rente gehen und wir diejenigen sind, die dafür zahlen dürfen?

Ihr fragt euch sicher, warum ist das so?
Die Rente in Deutschland beruht auf dem sogenannten Umlageverfahren, das heißt, die jungen, arbeitenden Menschen zahlen in die Rentenversicherung so viel ein, wie zu diesem Zeitpunkt an die Rentner ausbezahlt wird.

Das Problem ist, dass sich in Deutschland das Verhältnis von arbeitenden Menschen zu Menschen, die in Rente sind, ständig verschlechtert.

Die Zeit, in der Rentner Altersgeld beziehen, hat sich seit den 1960er Jahren verdoppelt, auf jetzt 20 Jahre. Diese Entwicklung setzt sich fort.

Gleichzeitig wird die Lage verschärft durch teure Wahlgeschenke, wie die Rente mit 63 oder die sogenannte Respektrente, bei der 35 Beitragsjahre in Teilzeit für eine Vollrente ausreichen sollen.

Momentan wird überlegt, die Rücklage der Rentenversicherung, die für schlechte Zeiten gebildet wurde, für neue Zusatzleistungen zu verbrauchen und weitere Rentengeschenke unter Nutzung der Rücklagen der Kranken- und Arbeitslosenversicherung zu tätigen.

Wie schwierig inzwischen die finanzielle Lage ist, merkt man daran, dass die Bundesregierung fast täglich neue Steuern oder Steuererhöhungen in die Diskussion bringt.

Da der Anteil der Wähler, die Rente empfangen, stetig steigt, versuchen die verantwortlichen Politiker mittels Rentenpolitik auch künftig ein gutes Wahlergebnis zu erzeugen. Weil junge Menschen lange nicht an die Rente denken, ist von deren Seite kein Nachrechen und kein Protest zu erwarten.

Wir müssen daran etwas ändern und die Politik auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam machen. In der Schule stellen sich schon Schüler die Frage, ob wir überhaupt noch eine Rente bekommen.

Es geht nicht, dass die Politiker uns Schulden aufbürden, ohne uns zu fragen. Wir sind später die Betroffenen und heute jene, die ihr Einkommen zum größten Teil abgeben dürfen.

Die Rentenpolitik muss sich gleichermaßen an den Bedürfnissen der älteren und der jüngeren Generation ausrichten. Geschieht das nicht, sind die jungen Menschen nicht nur von Altersarmut bedroht, sondern ihr Vertrauen in die Politik wird gefährdet.

Der Jugendrat der Generationen-Stiftung hält die Politik der Älteren für gefährlich. 85 Prozent der befragten jungen Erwachsenen rechnen damit, noch weit über ihr 67. Lebensjahr arbeiten zu müssen. 86 Prozent stimmen der Aussage zu, dass ohne eine eigenständige Vorsorge künftig deutlich mehr Menschen von Altersarmut betroffen sind. 68 Prozent fürchten im Alter selbst arm zu sein.

Laut der aktuellen Metallrente-Studie ist auch fehlende Finanzbildung eine der Hauptursachen für die Abkehr vieler junger Menschen vom Thema Altersvorsorge. Die Vermittlung von Finanzwissen an den Schulen gehört deshalb zu den Grundforderungen der Jugendlichen. 87 Prozent der Befragten sind dringend dafür.
Eine generationengerechte Rentenpolitik wäre machbar, aber dafür müsste der Wille da sein und die Politiker müssten auch an die Jugend denken.

Wir können jedoch nicht darauf warten, dass sich dies ändert, sondern sollten die Grenzen des deutschen Rentensystems erkennen und fordern, die Möglichkeiten der eigenen Altersvorsorge zu verbessern. Im Moment zahlen wir ein und wissen nicht, wer für uns zahlt.

Ich finde, die Politik muss jünger werden, damit alle Interessen aufgenommen werden können. 

 

Ulrich Kley (10B)

 

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Eure Redaktion

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