Hitzige Debatte bei der Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl

Am 22. Mai, also vier Tage vor der Kommunalwahl, stellten sich Vertreter mehrerer Parteien einer Podiumsdiskussion in der Aula des ELG, um vor allem Schüler der 10. und 11. Klassen zu überzeugen.

Da auf kommunaler Ebene das Wahlalter bei 16 Jahren liegt, betraf die Kommunalwahl am 26. Mai auch einige Schüler des ELG.

Von der KSJ, dem Organisator, wurden Vertreter von FDP, AfD, SPD, Grünen, Linken, CDU und der PARTEI eingeladen. Im Gegensatz zur Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl 2017 kam diesmal auch ein Vertreter der AfD, während die CDU der Veranstaltung fernblieb – vielleicht aus Angst vor dem jungen YouTube-Publikum nach dem erfolgreichen Video des YouTubers Rezo, wer weiß.

Schon nach der Vorstellungsrunde der Kandidaten war eine ganz besondere Euphorie für Die PARTEI zu vernehmen, während der AfD-Kandidat nur sehr zurückhaltend begrüßt wurde.

Eindeutig war aber auch, welches Thema die Schüler klar am meisten bewegt: Umweltpolitik. Vor allem durch die Fridays-For-Future-Proteste ist den Parteien klar geworden, dass sie mit diesem Themenbereich punkten müssen, um bei der jungen Generation anzukommen.

Leider war bei den Diskussionen um die Klimapolitik schnell der rote Faden verloren und umweltpolitische Ziele, die exakt die Stadt Halle betreffen, kamen kaum zur Sprache. Anstatt dessen zeichnete sich eine deutliche Trennlinie zwischen der AfD und den übrigen Parteien ab, da die AfD sich als einzige der anwesenden Parteien klar gegen die Schulstreiks positionierte und betonen musste, weshalb der menschengemachte Klimawandel eine Lüge des links-grünen Lagers sei – so, so…

Wichtig bei einer politischen Debatte wie dieser ist auch, dass die Zuhörerschaft die Möglichkeit bekommt, seine eigene Meinung einzubringen. Die Redebeiträge der Schüler zielten dabei maßgeblich darauf ab, wie die Klimaziele als globales Thema erreicht werden könnten.

Zum Glück bezogen sich mehrere Vertreter dabei auch auf konkret hallesche Projekte, die lokal umgesetzt werden sollen, um als Halle einen kleinen Teil für mehr Klimaschutz beizutragen; trotzdem ging es zu zwischen der AfD und dem Rest fast die gesamte Zeit um globale Grundsatzfragen und nicht um spezifische Umsetzungsmöglichkeiten in Halle.

Als ähnlich grundsätzliches Thema wurde im Anschluss das Gendern diskutiert, wobei insbesondere die Grünen auf sich aufmerksam machten, indem sie sich ganz darauf fokussieren, Frauen und Männer in jedem erdenklichen Bereich je zur Hälfte zu etablieren – seien es die Stadtratskandidatenreihenfolge oder die Abwechslung zwischen Redebeiträgen. Dabei kamen auch mehrere Wortmeldungen aus dem Publikum, die sowohl die Meinung der Grünen unterstützten als auch kritisierten. Das Gendern ist tatsächlich ein heikles Thema, weil die Frage bleibt, wie ein Mittelmaß aus Gleichberechtigung und so wenig Vorschriften wie möglich gefunden werden muss.

Insbesondere am Ende ging die Diskussion dann weg von Grundsatzfragen und hin zu kommunalen Projekten in der Stadt Halle, wobei die einzelnen Parteien teils gemeinsame und teils unterschiedliche Schwerpunkte setzten. Als besonders wichtiges Ziel insbesondere vor Schülern hat sich der Ausbau von Fahrradwegen gezeigt, während ein kostenfreier Bus- und Bahnverkehr bis auf die Linken von keiner Partei wirklichen Zuspruch fand.

Letztendlich lässt sich sagen, dass die Debatte mehr um generelle politische Ideologie ging als um die hallesche Kommunalwahl. Dennoch war eine Live-Auseinandersetzung zwischen den Parteien, die man sonst höchstens im Soziunterricht kennenlernt, vermutlich für die meisten aufschlussreich und zeigte, in welche Richtung die Politik der einzelnen Kandidaten geht.

Auch die heftigen Diskussionen während der Podiumsdiskussionen waren sicherlich alles andere als langweilig und machten klar, dass das politische Klima in Halle und Deutschland rauer geworden ist.

 

Dominik Haberland 11D

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: