Jung und aktiv- Interview mit Johan

Dass wir, „die Jugend von heute“, viel engagierter und politischer sein können als lange behauptet wurde, hat sich spätestens mit Fridays for Future gezeigt. Immer mehr Kinder und Jugendliche setzen sich für ihre Vorstellung von einer besseren Welt ein. Darunter auch Johan König, ein besonders engagierter und dazu sehr junger Schüler unserer Schule. Er geht in die fünfte Klasse, aber hat schon sehr viel zu erzählen.

Johan, du hast gemeinsam mit anderen Hortkindern Flaschendeckel und alte Stifte für einen guten Zweck gesammelt. Wie kam dir die Idee, dieses Projekt in der Schule einzuführen?

In meiner Gemeinde hingen schon länger Aushänge über das Projekt aus und unser Gemeindereferent hat mich angesprochen, ob ich das Projekt in meiner Klasse vorstellen möchte. In meiner Klasse hat das aber nicht so gut gepasst. Aber da im Hort immer die Möglichkeit besteht, solche Projekte vorzustellen, hab ich das dann gemacht.

Was war deine Motivation dafür?

Ich finde es sehr schön, dass mit dem Projekt Kindern geholfen wird: durch 500 Deckel kann eine lebensnotwendige Impfung bei Kindern gemacht werden, die es sich sonst nicht leisten können.

Wie war die Reaktion bei deinen Mitschülern?

Es waren eigentlich alle begeistert. Wir haben das Projekt dann auch in der Franziskus-Grundschule vorgestellt und einen Wettbewerb mit den Viertklässlern der Grundschule gemacht. Dadurch hatten wir natürlich eine zusätzliche Motivation und es sind jetzt echt viele Deckel zusammengekommen: ca. 14.000 Deckel haben wir gemeinsam gesammelt.

Was ist das für ein Gefühl, dass so viele bei deiner Idee mitgemacht haben?

Es ist echt schön, dass man merkt, dass man etwas bewegen kann.

Außerdem hast du einen eigenen Blog mit Kindernachrichten. Was motiviert dich dazu?

Mir macht es sehr viel Spaß, Artikel zu schreiben, so dass es auch Kinder verstehen –Nachrichten für Kinder von Kindern. Ich könnte mir auch vorstellen, Journalist zu werden, weil es mir Spaß macht, zu erzählen, was in der Welt los ist.

Welche Herausforderungen hast du bis jetzt erlebt?

Zwischendurch habe ich mich mit meinem Blog gefragt, ob ich überhaupt noch weitermachen soll: Es gab Zeiten, in denen ich keine Zeit hatte etwas zu schreiben. Da hatten die Artikel dann mehrere Monate Abstand, weil ich es einfach nicht geschafft habe, etwas zu scheiben. Aber mir macht das wirklich Spaß und deswegen hab ich dann doch weiter gemacht.

Du schreibst auch viel über die Umwelt und den Klimawandel. Warum ist dir dieses Thema so wichtig?

Es ist mir sehr wichtig, dass wir die Umwelt schützen, weil das ja unsere Zukunft ist. Wir, aber auch unsere Kinder und Enkel wollen ja auch eine schöne Zukunft haben und gut hier leben können.

Macht dich das Verhalten der Erwachsenen manchmal sauer?

Ja, manchmal macht mich das sauer, aber man merkt auch, dass die Politiker jetzt langsam auch anfangen etwas zu tun. Ich hoffe, dass jetzt auch wirklich was passiert und die Politiker es nicht nur versprechen.

Hast du auch schon mal selber etwas erlebt, sodass du dachstest, hier müsste man mal mehr tun?

Ich war in der Grundschule oft am Goldberg und da liegt wirklich extrem viel Müll und Plastik  rum, sodass man wirklich denkt, den sollte man mal beseitigen. Damals habe ich deshalb eine Art Klimaschutz-AG gegründet. Aus dieser AG entstand auch der Blog, den ich nun weiterführe.

Wie sähe die Perfekte Welt für dich aus?

Es wäre für mich eine perfekte Welt, wenn die Umwelt besser geschützt wäre. Es wäre schön gewesen, wenn Nachhaltigkeit schon früher ins Bewusstsein der Menschen gekommen wäre, so dass wir uns jetzt nicht so viele Sorgen um die Umwelt machen müssten.

Was hast du noch für Träume und Projekte für die Zukunft?

Ich würde meinen Blog gerne noch weiter ausbauen und neu gestalten. Später möchte ich gerne Journalist werden, besonders bei der Kindernachrichtensendung „logo“ würde ich gerne als Reporter oder Moderator arbeiten.

Vielen Dank für das Interview Johan!

Hier geht’s zu Johans Blog

Carla Moritz (12e)

 

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