Tempo, Geschicklichkeit und Kraft

Die sportlichen Wettkämpfe der 30. Landessportspiele

An jeder der Stationen, die innerhalb und außerhalb der Sporthalle aufgebaut waren,
starteten die Zweierteams, jeweils aus einem behinderten und einem nichtbehinderten
Partner bestehend. Die Stationen waren frei wählbar, ebenso wie der Partner, mit dem man antrat, wichtig war nur, die aus gefüllte Startkarte mitzubringen.

Salzsackweitwurf
Die Teampartner warfen einen Salzsack, welcher mit Kunststoffbällchen gefüllt war, so weit wie möglich. Dabei standen beide meist nebeneinander und hielten je ein Ende des Salzsackes fest, welchen sie ein paar Mal hin und her schwenkten und dann losließen. Der weiteste Wurf wurde gezählt und in die Startkarte eingetragen und zwar
von den Kampfrichtern der Abteilung Reha- und Behindertensport des SV Halle. An der Station des Salzsackweitwurf, herrschte so gut wie durchgehend großer Andrang.

Salzsäckchenzielwurf
präsentiert vom Landesapothekenverband Sachsen- Anhalt
Anders als beim Salzsackweitwurf, ging es bei dieser Station nicht um Weite, sondern um
Zielgenauigkeit. Aus einer Entfernung von 2 Metern wurde auf eine der drei Öffnungen einer Tafel geworfen. Diese hatten unterschiedliche Wertigkeiten und zwar fünf, zehn oder fünfzehn Punkte.
Die Partner durften mit je fünf Säckchen auf die Öffnungen werfen, wobei jede von diesen beliebig oft getroffen werden durfte. Dabei wurde auch noch bei jedem Partner die Zeit gestoppt.
Warum? Bei Punktgleichheit mehrerer Paare gewann das schnellere. Diese Disziplin wurde von Rehasportlern des USV Halle betreut.
Achtung! Wissenswert: Das Salz hatte für Halle eine tragende Rolle, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn durch das sogenannte „weiße Gold“, welches hier gewonnen wurde, konnte Halle als Stadt überhaupt entstehen und ausgebaut werden. Für die Bürger war ihr Salz wirklich so wichtig wie Gold, wenn nicht sogar wichtiger. Deswegen also Salzsackweitwurf und Salzsäckchenzielwurf.

Bornknechtrennen
Nach dem Startsignal wurden leichte, kleine, bunte Plastikbälle aus einem Korb in den Soletrog geschüttet. Im Slalom trugen ihn die Teampartner um vier Hütchen und dann möglichst schnell geradeaus zurück, damit die Bälle wieder in den Korb gekippt werden konnte. Dabei hieß es: möglichst keine Bälle zu verlieren, denn erst wenn alle Bälle wieder im Ausgangskorb waren, stoppten die Helfer des SV Halle die Zeit. Besonders auffällig an dieser Station waren die Paare, bei denen einer der beiden Teilnehmer im Rollstuhl saß. Denn dort war es nicht möglich, dass beide Partner den Soletrog mit
den Händen festhielten. Es beeindruckte sehr, wie schnell die Teilnehmer Lösungen für dieses Problem entwickelten.
Auch wenn vielen Paaren ab und zu ein paar Bälle beim Laufen verloren gingen, machte es
ihnen scheinbar jede Menge Spaß. Vielleicht lag das auch daran, dass jeder beim Aufsammeln direkt Hilfe bekam. Ein tolles Bild!
Achtung! Wissenswert: Die sogenannten Bornknechte spielten eine wichtige Rolle bei der Salzgewinnung. Sie schöpften die Sole, das Salzwasser, aus den Brunnen und brachten es dann in die Siedehäuser der Stadt, wo es weiterverarbeitet wurde.
Übrigens: sie wurden auch mit Sole bezahlt.

Saalefischen
Aus einer Entfernung von 2,5 Metern durften beide Partner sitzend oder stehend probieren,
möglichst gute Fische zu angeln. Heißt: einen Fisch mit einem möglich hohen Wert zu erwischen. Jeder der Partner musste vier Fische bekommen. Die Punkte wurden dann addiert.
Auch an dieser Wettkampfstation wurde die Zeit gestoppt und es galt: bei Gleichstand gewann das schnellere Paar. Diese Station wurde von den Schülern des Georg- Cantor- Gymnasiums betreut und war offensichtlich wirklich beliebt.

Fischerstechen
präsentiert vom BG Klinikum Bergmannstrost Halle
Das Mitglied des Teams mit Handicap saß bei dieser Station im Rollstuhl und wurde von seinem Partner angeschoben. Die Herausforderung bestand nicht nur im Lenken des Rollstuhls. Der Sitzende hatte auf dem Hinweg die Aufgabe, mit einem Stab Floorbälle von Makierungskegeln zu stoßen, welche gleichmäßig auf der Strecke verteilt waren. Auf dem Rückweg hieß es dann Tempo zu machen, ähnlich wie
beim Bornknechtrennen. Von Schülern des Elisabeth- Gymnasiums wurde dabei die Zeit gestoppt. Natürlich galt hier: das schnellste Paar gewinnt.
Achtung! Wissenswert: Die Saale, die durch Halle fließt, hat eine bedeutende Rolle für unsere
Stadt. Durch sie konnten Waren auf dem Wasserweg transportiert werden, was für die entstehende Städte sehr wichtig war. Heute kann man an diesem wunderschönen Fluss noch wunderbar angeln gehen und Boot fahren.

Himmelsscheibenfliegen
präsentiert von der Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH
Vier Meter Abstand lagen zwischen dem Werfer der Himmelsscheibe, einer Soft- Wurfscheibe mit Himmelsscheibenaufdruck und der Matte, auf welcher die Scheibe landen sollte. Dafür hatte jeder der beiden Partner acht Versuche. Auch hier wurde die Zeit gestoppt,
und zwar von den USV Halle Hurricanes, die diese Station betreuten. Ziel war, dass möglichst wenige der Himmelsscheiben die Erde berührten, sondern auf der Matte lagen. Die
Treffer wurden addiert und bei Gleichstand?
Dann gewann das schnellere Team.
Achtung! Wissenswert: Die Himmelsscheibe.
Vermutlich haben die meisten schon etwas von ihr gehört. Schließlich ist sie einer der bedeutendsten archäologischen Funde der letzten 20 Jahre in unserer Region. Sie wird, wer hätte es gedacht, in Halle ausgestellt, im Landesmuseum für Vorgeschichte. Noch ein Grund mehr, sie auf die Wurfscheiben zu drucken

 

Magdalena Tanneberger

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