Thailand ist wie Dauercamping – Thailand-Blog No. 2

→Falls ihr den ersten Teil noch nicht gelesen habt

Thai sprechen?

In unserem Arrivalcamp in Bangkok hatten wir unter anderem einen Thai-Sprachkurs. Wir lernten die wichtigsten Dinge, wie sich vorstellen, etwas über das Essen und die wichtigsten Vokabeln, die wir in Bezug auf Schule, Familie und Haus brauchen könnten.
Später mussten wir uns so unserer Gastfamilie vorstellen, aber zur gleichen Zeit auch noch 14 anderen. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, als ‚Foreigner‘ vor einer großen Gruppe Muttersprachler in einer Sprache, die man ja eigentlich noch gar nicht kann, zu sprechen. Wir haben das aber gut gemeistert und danach durften wir endlich unsere Gastfamilien kennenlernen. Darauf haben alle gewartet.

©Florentine Horn: Erstes Treffen mit der Gastfamilie

Das erste Treffen mit meiner Gastfamilie

Ich habe meine Gastfamilie schon während ich geredet habe gesehen und sie haben mich aufmunternd angelächelt, was mich in dem, was ich da tat, total bestärkt hat.
Zuerst hatte ich ja Angst, dass ich Probleme haben würde, meine Familie allgemein mal irgendwann in einer Menschengruppe zu erkennen, weil ich dachte, alle Asiaten würden für mich gleich aussehen. Zum Glück ist das ganz und gar nicht so. Aber die meisten Namen sind schon nicht so leicht sich zu merken.

Apropos Name, als ich das erste Mal dann mit meinen Eltern und meiner kleinen Schwester sprach, bekam ich auch gleich meinen Thai-Namen. Ich hab schnell gemerkt, dass es so ziemlich keinen Thai gibt, der „Flori“ aussprechen kann. Deshalb ist es ganz gut, dass ich mich jetzt mit meinem Thai-Namen vorstellen kann: „Khaow-Hom“. Der Name hat auch eine merkwürdige, aber witzige Bedeutung. „Khaow“ heißt nämlich Reis auf Thai und davon gibt es hier Unmengen. Khaow-Hom ist jedenfalls ein spezielles Reisgericht, was sehr gut riecht und schmeckt. Es ist irgendwie schon komisch, nach einem Gericht benannt zu werden. Ich meine, bei uns heißt ja auch keiner Döner oder Kartoffel, nur weil es mehr oder weniger typisch für Deutschland ist. Hier scheint das aber keinen zu verwundern. Na gut, dann ist es so.

Nachdem wir zusammen gegessen haben, sind wir nach Hause gefahren. Es ist für thailändische Verhältnisse ein relativ großes Haus mit riesigem Garten, in dem mein Dad alles Mögliche Obst selbst anbaut, z.B. Durian, Mangosteen, Bananen, Mangos und noch mehr. Wir leben hier mit den Großeltern, meinen Gasteltern, meiner Gastschwester, etlichen Hühnern und zwei Hunden. Der eine Hund ist blind und sie heißen (übersetzt) Tiger und Löwe.

Wenn man sich alles genauer anguckt, erinnert es schon ziemlich an Camping. Für Camping zwar sehr komfortabel aber dennoch. Die Küche ist praktisch ein großer überdachter Platz mit Waschbecken, Kühlschrank und Gasherd. Einen Geschirrspüler gibt es nicht. Es wirkt alles sehr provisorisch und einfach und erinnert dadurch sehr an Camping. Aber das ist alles kein Problem, da sich das Leben hier fast ausschließlich draußen abspielt, was bei dem Wetter aber auch nur Sinn macht.
Tagsüber ist man entweder unterwegs oder den ganzen Tag in der Schule, da sich das Leben eines jugendlichen Thais eigentlich nur um die Schule dreht. Wenn der Unterricht vorbei ist, belegt man entweder Extrakurse oder Sportkurse. Ich werde mir die Nachmittage mit verschieden Sportkursen zuknallen, denke ich. Das macht meiner Meinung nach mehr Sinn, mehr Spaß und es ist eine gute Gelegenheit neue Freunde zu finden.

Allgemein, wenn man sich in der Stadt mal umguckt, sieht alles sehr provisorisch und campingähnlich aus. Alles ist super offen und einfach, alle laufen in Flip Flops, Tanktops und mit Jogginghose oder Fußballshorts rum und alle wirken einfach total entspannt, wie im Campingurlaub halt.
Was auch noch zu diesem Flair beiträgt, ist, dass überall Tiere sind. Wenn du in einen Raum kommst und das Licht anmachst siehst du erstmal wie ganz viele Insekten und meistens auch Gekkos wegkrabbeln. Deshalb muss man sich aber keine Sorgen machen.

©Florentine Horn

©Florentine Horn

„Fuck“

Als meine Schwester mir zum ersten Mal das Haus gezeigt hat und dann das kleine Zimmer in dem wir beide schlafen, war mein erster Gedanke nur: „Fuck fuck fuck…“
Einen Tag später wusste ich schon gar nicht mehr, warum ich das alles so schlimm fand. Vielleicht lag es daran, dass ich noch Jetlag hatte. Vielleicht lag es daran, dass in unserem Schlafzimmer Gekkos die Wand lang krochen als wir reinkamen. Vielleicht lag es daran, dass es kein Klopapier gibt, sondern nur so komische Teile, die dir den Arsch abspülen. Vielleicht lag es daran, dass ich mir mit meiner fünf Jahre jüngeren Schwester ein Zimmer teilen muss. Im ersten Moment dachte ich mir echt nur: „Fuck, hier wohnst du jetzt ein halbes Jahr…“

©Florentine Horn

©Florentine Horn

Aber mal ganz ehrlich, erstens ist das alles nichts Schlimmes. Zweitens liebe ich Camping eigentlich.
Ich hab in dem Moment wahrscheinlich einfach nur etwas überreagiert, weil ich komplett müde war und mich erst mal an die neue Wohn- und Lebenssituation gewöhnen musste.
Am nächsten Tag sah die Welt dann schon wieder ganz anders aus und auch jetzt weiß ich echt nicht mehr, was an dem Abend mein Problem war. Jetzt ist das alles ganz normal und ich fühle mich super wohl in dem Haus, mit meiner Familie und allgemein in dem Land.

Ich habe das Gefühl, mich schon ziemlich gut hier eingelebt zu haben in den wenigen Tagen und es kommt mir so vor, als wäre ich schon Monate hier. Ich freue mich auf die Monate, die vor mir liegen und werde sie in vollen Zügen genießen.

-Flori

P.S.: Wenn ihr mehr Fotos aus meinem Alltag und dem Leben hier so sehen wollt, dann könnt ihr mir gerne auf Snapchat folgen, da lade ich zurzeit täglich Bilder und Videos hoch. Oder auch Instagram, da werde ich auch immer mal was posten.

Snapchat: Flori_221

Instagram: florifotografiert

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